Bildtitel Knstler

In seiner jüngsten Werkgruppe widmet sich Andreas Hildebrandt dem Phänomen und Wesen von Knoten. Knoten sind allgegenwärtig. Im Alltag ebenso wie in der Wissenschaft. Ihr Spektrum reicht von der einfachen Schleife an unseren Schuhen zu den komplex verzweigten Makromolekülen der Polymere. Für Hildebrandt besteht der Reiz dieses Motivs darin, dass seine formale Grunddisposition einfach und klar definiert ist, sich aber mit jeder weiteren Windung und Verdrehung exponentiell erweitern lässt, sodass eine end- und zeitlose, labyrinthisch anmutende Struktur entstehen kann, in der die Unterscheidung von Form und Formlosigkeit nur eine Frage der Perspektive ist. Farbige Linien, Streifen und Bänder unterschiedlicher Breite und Konturierung mäandrieren formatfüllend in vielschichtigen Verschlingungen, Verwicklungen und Verzweigungen über die Leinwände. Auge und Hand des Malers rhythmisieren die Komposition und entwerfen eine Perspektive von Zentrum und Peripherie, die dem Blick Orientierung, aber keine Gewissheit bietet. Der Knoten als formale Attraktion und vielleicht auch als ideelle Konstellation, als universale Möglichkeitsform (Denken ‒ Bewegung ‒ Verbindung) wird hier als Paradigma eines bildnerischer Willens durchdekliniert ‒ explizit und fragend zugleich.

Die Eröffnung findet im Rahmen des Rundganges zum Jahresauftakt 2016 ”DRESDEN CONTEMPORARY ART“ (DCA) statt. (Informationen: http://dresdencontemporaryart.de)




"Signal (Ausschnitt)"
2015
Tempera/Tusche/Lack auf LW
45 x 70 cm

Fotograf
© Max Schroeder

transparent
Impressum
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